Was sind People-Models? | Modelagentur

Was sind People-Models?

People-Models, Modelagentur Foto-Agentur.de Marcus Hanke

Symbolbild: © ave_mario/ Fotolia, letzte Aktualisierung Text: 13.04.2017, Veröffentlicht exklusiv auf Foto-Agentur.de Marcus Hanke
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Kurz gesagt, sind People-Models Menschen wie Du und ich. Es muss sich dabei nicht um besonders schöne Menschen handeln. Es sind keine besonders schlanken Menschen, sondern vor allem interessante und authentische Menschen. People-Models kommen aus allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen. Sie haben Tattoos oder verrückte Frisuren, sind Hausfrau, Feinmechaniker, Arbeitslose oder Professor für Forensik. People-Models stammen aus so verschiedenen Bevölkerungsschichten und Kulturkreisen, wie sie auch in unserer Bevölkerung vertreten sind. Im Unterschied zu klassischen Models betreiben sie das Modelling oft nur als Hobby. Entsprechend leben sie meistens von einem anderen Beruf. Ausnahmen bestätigen diese Regel. Die meisten People-Models werden vermutlich nicht so hoch bezahlt wie berufsmäßige Models im Top-Segment. Außerdem kommen sie vermutlich weniger oft zum Einsatz. Persönlicher Charme, Disziplin, ein ausdrucksvolles Gesicht und die Lust am Modeln sind gute Voraussetzungen dafür, ein erfolgreiches und gerne gebuchtes People-Model zu werden. Manche der People-Models machen Karriere und werden auch international gebucht.

Interessant sind in diesem Bereich die sogenannten „ugly models“, als Untersparte der People-Models. In London existiert eine Modelagentur, die ausschließlich solche People-Models vermittelt. Es geht dabei um dicke oder ungewöhnliche Menschen, zum Beispiel

  • Frauen mit Glatze
  • Punkerinnen
  • Fetisch-Modelle
  • Curvy-Models mit Übergewicht
  • Frauen mit ungewöhnlichen Gesichtern
  • kleinwüchsige Models
  • tätowierte Muskelmänner
  • zahnlose oder schiefzahnige Männer
  • unproportioniert wirkende Männer
  • oder Bikertypen mit Wallebärten.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Misfits“. Diese speziellen People-Models, denen niemand eine Modelkarriere zutraut, haben für gewisse Kampagnen durchaus einen Marktwert. Er liegt darin begründet, dass man ihre Gesichter nicht so leicht vergisst. Solche People-Models erzeugen beim Publikum einen hohen Aufmerksamkeitswert. Das ist für manche Auftraggeber oder bestimmte Produktwerbungen Gold wert. Markante Typen und Charakterköpfe werden von bestimmten Zigarettenmarken, Getränkeherstellern oder Modelabels wie Bennetton, die gerne mit Provokationen arbeiten, gesucht.

Bei „Misfit Models“ in Berlin kann man solche skurrilen Typen buchen. Gegründet wurde diese Agentur für Misfits und People-Models von Del Keens. Del war früher selbst ein höchst eigenwillig aussehendes People-Model. Als solches wurde er von den ganz Großen der Branche gebucht – zum Beispiel von Calvin Klein, Renault, Levis, Diesel Jeans und vielen anderen „big names“. Das war umso erstaunlicher, weil Del Keens einen Betrachter optisch an den drogensüchtigen Musiker Pete Doherty in seinen schlechtesten Zeiten erinnert. Der eigenwillige Agenturgründer hatte es am Ende satt, immer nur mit „magersüchtigen, botoxeingespritzten, fitnessdeformierten und silikonisierten Übermenschenfassaden“ zu tun zu haben. Er gründete seine eigene Modelagentur in Berlin, um der Scheinwelt der Supermodels eine realistischere Gegenwelt entgegenzuhalten. Mit Erfolg. Wir sehen hier, dass es bei People-Models nicht nur um „Normalos“ geht, obwohl diese den Großteil der People-Models ausmachen. Am Rande des Geschehens im Modelbusiness stehen jene, die keinem Ideal entsprechen: die ganz normalen oder Menschen, die aus dem Rahmen des Üblichen fallen.

Warum werden „Normalos“ als People-Model gesucht?
Viele Modelagenturen in München, Berlin oder Köln vermitteln neben professionellen Models jedes Alters auch sogenannte People-Models. Solche Models sind für viele Auftraggeber interessant. Zum einen repräsentieren sie echte Menschen und keine Idealbilder. Sie zeigen einen Durchschnittsmenschen, mit dem sich jeder identifizieren kann. Damit möchten die beauftragenden Unternehmen ihrer Kampagne mehr Authentizität und Glaubwürdigkeit verleihen. Das ist zum Teil absurd, weil die People-Models dann wieder als „die perfekte Hausfrau“ oder „der aufgeklärte Patient“ auftreten und ein Ideal verkörpern sollen. Zum anderen sind solche Models bei einem limitierten Werbebudget auch aus preislicher Sicht interessant. Nicht jeder, der für eine Messeveranstaltung, einen Artikel in einer Reformhauszeitschrift oder eine Modenschau in einem Sanitätshaus auf Models zurückgreifen möchte, kann sich die teuren Profi-Models aus der Modebranche leisten. Zudem sind in diesem Business oft bestimmte Maße, ebenmäßige Gesichter und bestimmte Körpergrößen relevant. All das spielt bei einem People-Model keine große Rolle.

Es geht hier nicht um Schönheitsideale oder das Klischee des perfekten Menschen. Es geht um charaktervolle, aber durchschnittliche Menschen jedes Alters, wie man sie jeden Tag auf der Straße treffen könnte. Dabei schadet es nichts, wenn ein People-Model das gewisse Extra hat oder im gängigen Jargon „ansehnlich“ ist. Eine gute Figur ist auch kein Hindernis, aber sie ist nicht das wichtigste Kriterium. Wichtig ist Authentizität. Was ein gutes People-Model auszeichnen muss, ist Spontanität und ein selbstbewusstes, lockeres Agieren vor der Kamera. Die Botschaft des Auftraggebers muss glaubwürdig an den Mann gebracht werden.

Viele Menschen fühlen sich in solchen Situationen vor einer Kamera unwohl. Andere wirken zwar „in natura“ geeignet. Manche erscheinen jedoch durch eine Kameralinse als eher langweilige Botschafter. Es mangelt ihnen an Ausstrahlung. Wieder andere kleiden sich falsch, haben massives Übergewicht, zu dicke Brillengläser oder unvorteilhafte Frisuren. Das lässt sie unter Umständen wenig geeignet erscheinen, People-Model zu werden. Auch „Otto Normalverbraucher“ sollte als People-Model ansprechend und sympathisch aussehen. Auf der anderen Seite werden von der Werbeindustrie aber auch schräge und einprägsame Typen gesucht. Es lohnt sich also auf jeden Fall, sich einmal bei einer guten Model-Agentur im Internet als People-Model zu bewerben.

Für welche Bereiche werden People-Models gesucht?
An sich sind es dieselben Bereiche, die auch die Profi-Models besetzen. Der große Unterschied liegt oft in der Größe der Bühne und der Location. Statt auf einem Pariser oder Mailänder Laufsteg stellen sich People-Models dem Publikum in einem Kaufhaus in Krefeld oder Saarbrücken. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Denn mit Glück hat ein People-Model ein so interessantes Gesicht, dass man es hin und wieder für eine große Kampagne bucht. In Kaufhäusern führen People-Models beispielsweise bei einer Sonderveranstaltung Frühlingsmode, Sport-Outfits oder Dessous vor. Modelagenturen in Köln, Duisburg oder Kiel engagieren People-Models für Messeauftritte, TV-Werbesendungen, Produktkataloge zu verschiedenen Themen oder Magazin-Fotos, die von regionalen oder nationalen Auftraggebern angefragt werden. Die meisten Engagements führen nicht auf die großen Bühnen, sondern die kleineren und mittleren. Diese wollen schließlich auch bedient sein. Zudem kann jedes People-Model hier wertvolle Erfahrungen sammeln und wichtige Kontakte in der Branche etablieren.

Die Klientel einer Modelagentur für People-Models können Fotografen, Werbefirmen, Film & Fernsehproduktionsfirmen, aber auch andere sein. Das Alter der People-Models spielt nur insofern eine Rolle, als der Kandidat aus juristischen Gründen kein Neugeborenes sein darf. Er sollte auch kein seniler Tattergreis sein, der nicht mehr als geschäftsfähig begriffen werden kann.

Gibt es auch People-Model-Agenturen?
Der Wikipedia zufolge kann man grundsätzlich zwei Agentur-Arten unterscheiden. Da sind auf der einen Seite die klassischen Modelagenturen, die vor allem als „Beauty-Agenturen“ tätig sind. Diese vermitteln ausschließlich Models, die den gängigen Idealmaßen und Schönheitsidealen entsprechen müssen. In der Regel sind das junge Models beider Geschlechter, wobei der Frauenanteil im Katalog überwiegen dürfte.

Auf der anderen Seite stehen die sogenannten „Charakter-Agenturen“. Das sind die Modelagenturen, die vor allem People-Models im Portfolio haben. Hier geht es um authentische Menschen, die den bunten Bevölkerungsmix in der Normalbevölkerung in etwa abbilden. Dazu zählen aber auch die sogenannten „ugly models“ oder tätowierte Menschen mit extrem ungewöhnlichem Aussehen. Auch diese Typen sind für bestimmte Kampagnen wertvoll. Solche Modelagenturen werden daher auch als „People-Agenturen“ bezeichnet. Ob sich bei allen Modelagenturen so klare inhaltliche und konzeptuelle Trennungslinien ziehen lassen, ist eine gute Frage. Fast jede große Modelagentur hat auch People-Models zu bieten.

Viele national arbeitende Modelagenturen bietet auch People-Models an. Daran erkennen wir, dass diesbezüglich durchaus eine größere Nachfrage besteht. Die ganz großen der Branche machen nur ein Minimum dessen aus, was an Models benötigt wird. Dazu addieren sich Schauspieler, Musik- und Filmstars, die gelegentlich modeln. Meistens werden diese für die weltbekannten Markenhersteller oder bekannte Parfümhersteller verpflichtet. Bleiben noch die Millionen Werbeaufträge, Katalogcover, Magazinseiten, Modenschauen und TV-Auftritte, die auf kleinerem Niveau ablaufen. Vor allem die Pharmaindustrie bewirbt massiv Produkte, bei denen People-Modelle zum Einsatz kommen. Gleiches gilt für die Waschmittel- und Lebensmittelindustrie. Danach folgen alle anderen Branchen – vom Kinderspielzeug- über den Fahrrad- bis zum Autohersteller. People-Models können als Frisurenmodelle für Trendfrisuren dienen oder Mode für den Otto-Katalog vorführen.

Spezialisiert auf People-Models hat sich beispielsweise die Agentur „Everyday-People“ in Köln. In dieser Modelagentur werden alle People-Models vom hauseigenen Profifotografen grundsätzlich ohne Schminke und nur in einem weißen T-Shirt fotografiert. Hier sehen wir bereits den Unterschied zu professionellen Models, denn bei People-Models machen nicht unbedingt Kleider, Schminke oder verschiedene Frisuren die schönsten Leute. Das natürliche Gesicht spricht Bände genug für einen Auftraggeber. Es muss nicht symmetrisch und nach herkömmlichen Kriterien schön sein. Fakt ist, dass etwas Schönheit in jedem Gesicht zu entdecken ist. Viel wichtiger sind aber Charakter und eine positive Ausstrahlung. Diese Agentur hat bereits Models aus seinem Portfolio an die Deutsche Bahn, an einen großen Mineralölkonzern, an die Pharmaindustrie, einen Krebsratgeber, Putzmittelhersteller oder einen bekannten Autohersteller vermitteln können.
Auch die Foto-Agentur.de Marcus Hanke vermittelt seit nun 17 Jahren nicht nur klassische Modelle, sondern auch interessante People-Models.

Was People-Modelle nicht haben sollten, sind Vorbehalte gegen ungewöhnliche Auftraggeber. Man muss ein neues Putzsystem genauso charmant mit seinem Gesicht bewerben können wie ein neues Automodell, eine Brille oder ein Gesundheitsmagazin. Das weiß jeder Kandidat, wenn er als People-Model bei der Kölner Agentur „Favorite Faces“ oder bei der Agentur „Pretty Normal“ in Hannover anheuert.

Welche bekannten People-Models gibt es?
Del Keens wurde bereits erwähnt. Von vielen People-Models kennt man das Gesicht, aber nicht den Namen. Bekannt geworden ist Fashion-Model Winnie Harlow wegen ihrer Vitiligo-Erkrankung. Isis King war früher ein Mann. Sie feiert jetzt als Model den Einstieg in eine Model-Karriere. Jacky O’Shaughnessy führt trotz suboptimaler Körpermaße als 62jährige Dessous vor. Als Albino hätte Diandra Forrest es im Model-Business schwer gehabt – doch als „Ugly Model“ feiert sie Erfolge. Debbie van der Putten erging es nach dem unfallbedingten Verlust eines Arms nicht anders. Nun arbeitet sie als People-Model mit dem Ziel, es bis nach ganz oben zu schaffen. Ihren verlorenen Arm sieht sie dabei nicht als Hinderungsgrund an, denn auch sie repräsentiert als behinderte Frau einen Teil der Gesellschaft.

Einige Menschen, die in jungen Jahren für kurze Zeit als People-Model gearbeitet haben, sind heute berühmt – zum Beispiel US-Schauspielerin Jessica Lange. Zu den berühmtesten „Ugly Models“ gehört Beth Ditto, ehemals Sängerin bei „Gossip“.

 

Verfasst im Auftrag von: Foto-Agentur.de Marcus Hanke


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